Webstandards? - Aber nicht übertreiben!

Offensichtlich bin ich ein Pedant, ein Paragraphenreiter, ein Erbsenzähler. Ich sehe das mit den Web-Standards einfach zu eng.

Zumindest muß ich nach einer heute getätigten Diskussion im Traumprojekt-Forum zu diesem Schluß kommen. Ursprung des Streits war meine Aussage, daß das XHTML-Element SPAN genauso wie das Element DIV eine Sonderstellung einnimmt und jeweils ein allgemeines, logisches Auszeichnungselement darstellt. Aus der Logik der Cascading Stylesheets heraus, sollte man diese beiden Elemente nicht direkt formatieren (“hart kodieren” wie ich es nenne), sondern über Klassen ansprechen. Also nicht per

span { font-weight: bold; }

direkt zuweisen, sondern die Klasse “wichtig” definieren

.wichtig { font-weight: bold; }

und diese dann im Fließtext mit

<span class="wichtig">...</span>

aufrufen. Mit dieser Auffassung stehe ich aber anscheinend alleine da, denn es kam sofort Feedback der Art “Ist doch viel zu umständlich!”, “Ich mag keine Klassenparties.” (schönes Wortspiel), “Jeder wie er mag.”, “Grundsatzdiskussionen führe ich nicht darüber.” usw. usf. Abschließend kam dann noch der Hinweis, daß der CSS Validator auch nur “kein Mensch” sei und man das mal alles nicht so eng sehen sollte. Danach stellt sich mir die Frage, warum es überhaupt Standards gibt (jaja, die Frage ist nicht neu), wenn jeder meint er bastelt sich sein CSS selbst zusammen. Viele haben offenbar die tiefere Struktur des XHTML/CSS Konzeptes bis heute nicht realisiert. Schade das. Nur… wer ein DIV- oder ein SPAN-Element “hard coded”, der kann eigentlich auch gleich den kompletten Fallback wagen und in HTML 3.2 mit Tags wie FONT, CENTER u.ä. spielen.

Aber das ist nur meine Meinung und ich bin einfach ein W3C-Jünger in letzter Konsequenz. ;o) Da ist das Webdesign-Leben nicht leicht. Dazu auch mehr im nächsten Beitrag…

Artikel: Webstandards? - Aber nicht übertreiben!
Datum: Friday, 18. November 2005, 21:21 Uhr
Kategorien: Webdesign
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