Blick zurück nach vorn

24 03 2006

Ges­tern bin ich bei A List Apart im Rah­men der Rubrik Edi­tors Choice auf einen Arti­kel von J. David Eisen­berg aus dem Jahre 2001 (klingt im Inter­net­zeit­al­ter fast schon wie: 240 B.C.) gesto­ßen. In _​»For­gi­ving« Brow­sers Con­side­red Harm­ful _ beschreibt er, wie durch die Unzu­läng­lich­kei­ten der ver­schie­de­nen Brow­ser, ins­be­son­dere durch ihre Groß­zü­gig­keit bei der Dar­stel­lung von feh­ler­haf­ten Web­sites, die Wei­ter­ent­wick­lung des Webs (Stich­worte: XHTML, XML) gehemmt wird. Eigent­lich noch ganz aktu­ell die­ses Thema, inter­es­sant fand ich aber vor allem die Gedan­ken bezüg­lich eines tag aware HTML–Edi­tors:

Cur­rent HTML edi­tors will sur­round text with <b> and </​b> when you click a B icon, or use auto-​completion to give you a </​p> when you type an initial <p>. Once those tags are ins­er­ted, though, they lose their iden­tity as tags. If you delete the <p>, the </​p> remains, and vice versa.

A tag-​aware edi­tor would also per­form auto-​completion of tags and inser­tion by icons, but would remem­ber them as tags. If you chan­ged the initial <b> to <i>, the end tag would change too. When you dele­ted the initial <p>, the ending tag would vanish as well. Like­wise, an attri­bute ins­er­ted wit­hin a tag by choo­sing from a pop-​up menu would con­ti­nue to be reco­gnized as a unit rather than an anony­mous group of cha­rac­ters. Addi­tio­nally, a tag-​aware edi­tor would be able to per­form vali­da­tion, eit­her as a menu choice or on the fly.

Such an edi­tor would serve the pur­po­ses of ever­yone from talen­ted ama­teurs to pro­fes­sio­nal web aut­hors. It would have to be inex­pen­sive (or open source), cross-​platform, and have a very light foot­print. Its level of sophisti­ca­tion would be one step up from Notepad/​SimpleText.

Gibt es heute eigent­lich ansatz­weise einen sol­chen Edi­tor? Einige dürf­ten wohl im visu­el­len Modus die Tags für einen Absatz oder ein Bild voll­stän­dig ent­fer­nen, wenn ich den betref­fen­den Teil lösche, bei Quell­text­edi­to­ren ist mir aber ver­gleich­ba­res nicht bekannt. Der von Eisen­berg beschrie­bene Edi­tor wäre für die Webdesigner-​Welt ein Segen.

Seine eigent­li­che For­de­rung nach stric­ten Web­brow­sern die Feh­ler nicht ein­fach igno­rie­ren, wird wohl bis auf wei­te­res Uto­pie blei­ben, da hat sich auch in 4 Jah­ren nichts geän­dert. Viel­leicht geht es in der Pra­xis wirk­lich nicht anders, denn Tante Emmi und Onkel Kurt wol­len ja viel­leicht auch mal ein, zwei Web­sei­ten ins Netz brin­gen um die Bil­der von Fiffi zu prä­sen­tie­ren. Da wäre natür­lich ein stren­ger Brow­ser kon­tra­pro­duk­tiv. Das Aus­lie­fern von Web­sei­ten als application/xhtml+xml hat bei Betrach­tung in einem XML–fähi­gen Brow­ser (Fire­fox, Opera z.B.) zumin­dest einen Vor­teil (für mich): jeder kleine Feh­ler wird sofort mit einem Error quit­tiert. Das ist quasi etwas ähnli­ches wie ein strict Browser.

Hilf­rei­cher wäre für den Moment sicher­lich ein Edi­tor der nach den o.g. Grund­sät­zen arbei­tet, dann wären schon mal etli­che Feh­ler­quel­len aus­ge­schlos­sen. So kommt Eisen­berg dann auch zu dem Schluß:

The web is moving towards the struc­ture of XHTML and XML. And, if you ask me, it’s time to encou­rage aut­hors to deve­lop good hab­its through a com­bi­na­tion of strict brow­sers, tag-​aware edi­tors for advan­ced and pro­fes­sio­nal desi­gners, and moder­ni­zed aut­ho­ring tools for beginners.

Der Arti­kel könnte auch im März 2006 geschrie­ben wor­den sein.



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