Blick zurück nach vorn
Gestern bin ich bei A List Apart im Rahmen der Rubrik Editors Choice auf einen Artikel von J. David Eisenberg aus dem Jahre 2001 (klingt im Internetzeitalter fast schon wie: 240 B.C.) gestoßen. In _»Forgiving« Browsers Considered Harmful _ beschreibt er, wie durch die Unzulänglichkeiten der verschiedenen Browser, insbesondere durch ihre Großzügigkeit bei der Darstellung von fehlerhaften Websites, die Weiterentwicklung des Webs (Stichworte: XHTML, XML) gehemmt wird. Eigentlich noch ganz aktuell dieses Thema, interessant fand ich aber vor allem die Gedanken bezüglich eines tag aware HTML–Editors:
Current HTML editors will surround text with <b> and </b> when you click a B icon, or use auto-completion to give you a </p> when you type an initial <p>. Once those tags are inserted, though, they lose their identity as tags. If you delete the <p>, the </p> remains, and vice versa.
A tag-aware editor would also perform auto-completion of tags and insertion by icons, but would remember them as tags. If you changed the initial <b> to <i>, the end tag would change too. When you deleted the initial <p>, the ending tag would vanish as well. Likewise, an attribute inserted within a tag by choosing from a pop-up menu would continue to be recognized as a unit rather than an anonymous group of characters. Additionally, a tag-aware editor would be able to perform validation, either as a menu choice or on the fly.
Such an editor would serve the purposes of everyone from talented amateurs to professional web authors. It would have to be inexpensive (or open source), cross-platform, and have a very light footprint. Its level of sophistication would be one step up from Notepad/SimpleText.
Gibt es heute eigentlich ansatzweise einen solchen Editor? Einige dürften wohl im visuellen Modus die Tags für einen Absatz oder ein Bild vollständig entfernen, wenn ich den betreffenden Teil lösche, bei Quelltexteditoren ist mir aber vergleichbares nicht bekannt. Der von Eisenberg beschriebene Editor wäre für die Webdesigner-Welt ein Segen.
Seine eigentliche Forderung nach stricten Webbrowsern die Fehler nicht einfach ignorieren, wird wohl bis auf weiteres Utopie bleiben, da hat sich auch in 4 Jahren nichts geändert. Vielleicht geht es in der Praxis wirklich nicht anders, denn Tante Emmi und Onkel Kurt wollen ja vielleicht auch mal ein, zwei Webseiten ins Netz bringen um die Bilder von Fiffi zu präsentieren. Da wäre natürlich ein strenger Browser kontraproduktiv. Das Ausliefern von Webseiten als application/xhtml+xml hat bei Betrachtung in einem XML–fähigen Browser (Firefox, Opera z.B.) zumindest einen Vorteil (für mich): jeder kleine Fehler wird sofort mit einem Error quittiert. Das ist quasi etwas ähnliches wie ein strict Browser.
Hilfreicher wäre für den Moment sicherlich ein Editor der nach den o.g. Grundsätzen arbeitet, dann wären schon mal etliche Fehlerquellen ausgeschlossen. So kommt Eisenberg dann auch zu dem Schluß:
The web is moving towards the structure of XHTML and XML. And, if you ask me, it’s time to encourage authors to develop good habits through a combination of strict browsers, tag-aware editors for advanced and professional designers, and modernized authoring tools for beginners.
Der Artikel könnte auch im März 2006 geschrieben worden sein.