RSS-Feeds kombinieren

28 06 2006

Feed IconDie soge­nann­ten Feeds sind heut­zu­tage das Mit­tel der Wahl um den Appe­tit auf Infor­ma­tio­nen zu stil­len. RSS, Atom & Co. machen es wesent­lich leich­ter, im Content-​Überfluß des Net­zes up-​to-​date zu blei­ben und spa­ren dabei auch noch jede Menge Zeit. Con­tent Manage­ment Sys­teme wie z.B. Word­Press, aber auch viele andere PHP–Anwen­dun­gen stel­len Feeds bereits out-​of-​the-​box zur Ver­fü­gung, ein­fa­cher gehts kaum noch.

Hat man auf einer Web­seite aller­dings gleich meh­rere Anwen­dun­gen instal­liert oder stellt zu ver­schie­de­nen Berei­chen des Con­t­ents jeweils einen eige­nen RSS–Feed bereit, dann wird es für den inter­es­sier­ten Sur­fer etwas umständ­lich, alle Feeds zu über­bli­cken bzw. zu abon­nie­ren. Unter jowra​.com habe ich z.B. den Feed zum Jour­nal, einen eige­nen Feed für den Photo-​Bereich, einen ande­ren für meine Art­works und für meine neuen Bil­der bei flickr würde ich schließ­lich auch gerne eine Infor­ma­ti­ons­quelle bereitstellen.

Es wäre also prak­tisch, wenn man die Feeds zusam­men fas­sen könnte, so daß der Außen­ste­hende im News­re­a­der nur noch einen Stream hin­ter­le­gen muß. Aber auch sonst kann das Kom­bi­nie­ren meh­re­rer RSS–Quel­len Sinn machen. So kann man z.B. die ein­zel­nen Feeds sei­ner Lieb­lings–TAGs bei flickr oder del​.icio​.us mixen und braucht nicht jeden ein­zeln zu abon­nie­ren. Die Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten sind viel­fäl­tig.

FeedBlendr
Feed­Blendr: Das RSS–Chaos im Griff.

Grund­sätz­lich gibt es zwei Mög­lich­kei­ten, um dies zu bewerk­stel­li­gen. Ent­we­der man setzt auf der eige­nen Web­site ein Sys­tem wie Mag­pieRSS ein und ver­sucht dar­über die Feeds zu kom­bi­nie­ren oder (und dafür habe ich mich vor­erst ent­schie­den), man nutzt einen Web­ser­vice der das über­nimmt. Letz­te­res sollte in Zei­ten des Web 2.0, in denen man sich vor kos­ten­lo­sen Beta-​Service-​Dienstleistungen kaum noch ret­ten kann, ja kein Pro­blem sein.

Meine erste Anlauf­stelle war der Klas­si­ker Feed­Bur­ner, aller­dings mußte ich schnell fest­stel­len, daß ich dort zwar viele Feeds ver­wal­ten und Sta­tis­ti­ken aus­wer­ten kann, aber eine Kom­bi­na­tion meh­re­rer RSS–Streams ist offen­sicht­lich nicht mög­lich. Man möge mich kor­ri­gie­ren, wenn ich das falsch sehe. Also machte ich mich auf die Suche und fand eine recht gute Über­sicht an RSS–Mixern beim RSS–Com­pen­dium. Mitt­ler­weile habe ich alle dort ange­bo­te­nen Quel­len getes­tet und bin zu fol­gen­dem, äußerst sub­jek­ti­vem Ran­king gekommen:

Feed­Blendr

Der Mixer von Feed­Blendr ist in mei­nen Augen die ein­fachste, schnellste und vor allem eine gut funk­tio­nie­rende Lösung. Es ist keine Regis­trie­rung not­wen­dig, man muß ledig­lich einen Titel für den neuen, kom­bi­nier­ten Feed benen­nen und dann so viele RSS–Quel­len ein­tra­gen wie man mag. Ein Klick auf »Blend Your Feed!« und schon hat man seine neue Infor­ma­ti­ons­quelle mit dem URL–Schema: http://​feed​blendr​.com/​r​s​s​/3619

Ein­zi­ges Manko, aber das gilt für fast alle hier vor­ge­stell­ten Ser­vices: Der RSS–Feed wird im ein­ge­schränk­ten For­mat ISO88591 aus­ge­lie­fert, warum die gan­zen Web-​Zwei-​Nullr nicht gleich UTF8 ver­wen­den ist mir schlei­er­haft. Wer also mit dem For­mat Pro­bleme erlebt, fügt den Feed ein­fach noch bei Feed­Bur­ner hinzu und bekommt dann UTF8 aus­ge­lie­fert.

Blog­Sieve

Auch bei Blog­Sieve ist keine Anmel­dung not­wen­dig, man hat hier noch die Mög­lich­keit die zu kom­bi­nie­ren­den Feeds vor­her zu fil­tern. Für den der es braucht prak­tisch, für alle ande­ren etwas ner­vend. Wei­ter­hin besteht die Mög­lich­keit, aus dem neuen Feed bestimmte Ele­mente zu ent­fer­nen wie z.B. HTML–Aus­drü­cke, Java­Script, dop­pelte Ein­träge usw. Schließ­lich sind auch noch Anga­ben zur Sor­tie­rung der Feed-​Einträge mög­lich, aller­dings funk­tio­nierte in mei­nem Fall die Sor­tie­rung nach Datum nicht wirk­lich. Hat man sich dann schließ­lich durch 7 Schritte gear­bei­tet (man kann den Feed auch als pri­vat dekla­rie­ren), ist man end­lich am Ziel und kann sei­nen neuen Feed ver­wen­den: http://​feeds​.blog​sieve​.com/653

Ganz nett: hängt man an diese Adresse noch ein Format-​Kürzel, kann man den Con­tent als RSS 0.91, 1.0, 2.0 und als ATOM zur Ver­fü­gung stel­len, z.B. http://​feeds​.blog​sieve​.com/​653​/​R​SS2.0

Kick­RSS

Kick­RSS ist strai­ght, schnell und funk­tio­niert. Über einen schnell ange­leg­ten Account kann man sei­nen Master-​Feed ver­wal­ten und nach Belie­ben neue Quel­len hin­zu­fü­gen. Das Ergeb­nis steht dann direkt für den RSS–Rea­der per feed://-Protokoll zur Ver­fü­gung, man kann sich den Con­tent aber auch als Web­seite anzei­gen las­sen: http://​www​.kick​rss​.com/​jowra

RSSMix

RSSMix erfor­dert keine Anmel­dung und benö­tigt ledig­lich die Angabe der zu mixen­den Feeds. Das Ergeb­nis liegt immer­hin im For­mat UTF8 vor, hat aber den klei­nen Nach­teil, daß man kei­nen eige­nen Titel ver­ge­ben kann. Hier bleibt wie­der nur der Umweg über Feed­Bur­ner um eine eigene Bezeich­nung für den Feed zu ver­ge­ben. Außer­dem war RSSMix beim Tes­ten immer wie­der über­las­tet und brach dann die Bear­bei­tung ab. Das Resul­tat steht auch in einer spe­zi­el­len HTML–Ver­sion zur Ver­fü­gung: http://​www​.rss​mix​.com/​u​/​13493/

Feed­Jum­bler

Der Feed­Jum­bler von Lazy­Tom ist sehr leicht zu bedie­nen und kommt ohne Anmel­dung aus. Merk­wür­dig: Beim Test erschei­nen bei mir im RSS–Rea­der nur 2 aktu­elle Ein­träge. Neben den gän­gi­gen For­ma­ten RSS und ATOM bie­tet Feed­Jum­bler auch die Mög­lich­keit einer HTML/​JavaScript-​Seite, die den Feed direkt im les­ba­ren For­mat darstellt.

Feed­Shake

Tota­ler Rein­fall. Feed­Shake arbei­tet wohl auf Grund­lage von Mag­pieRSS und über­nimmt dadurch auto­ma­tisch das Pro­blem, daß Feh­ler in der XML–Syn­tax sofort einen ent­spre­chen­den Error gene­rie­ren. Diese man­gelnde Feh­ler­to­le­ranz gestat­tete es mir nicht, einen funk­tio­nie­ren­den Feed zu erzeu­gen. Feed­Shake erfor­dert eine kos­ten­lose Registrierung.

So weit ein klei­ner Ver­gleich der gän­gigs­ten RSS Re-​Mixer. Ver­schie­dene andere Ser­vices waren ent­we­der down, neh­men keine neuen Account-​Anmeldungen ent­ge­gen (Nicht immer wird aus Beta irgend­wann Gamma…) oder beste­hen in PHP–Script-​Lösungen die teil­weise kos­ten­pflich­tig sind.

Eine wei­tere Lösung zu die­sem Thema stelle ich in Kürze vor.