Swift - Safari für Windows

07 08 2006

Safari 75Die Browser-​Welt ist wie­der recht bunt heute, kein Ver­gleich mehr zu der Zeit als Net­scape die Türen schloß und der Inter­net Explo­rer mit gefühl­ten 99,97% Markt­an­teil die­sen Bereich dominierte.

Nicht nur daß der Mozilla Fire­fox einen gro­ßen Sprung nach vorn machte und ihn spe­zi­ell in Deutsch­land mitt­ler­weile bald ein Drit­tel aller Sur­fer ver­wen­den (über genaue Zah­len soll Still­schwei­gen bewahrt wer­den, denn sie sind wohl nicht zuver­läs­si­ger als der Wet­ter­be­richt für Irland); nein auch der Opera ist in der letz­ten Zeit wie­der auf dem Vor­marsch und besteht sogar schon den Acid2 Test. Sehr modern kommt der web-​zwei-​nullifierte Flock daher, ein Brwo­ser mit äußerst inter­es­san­ten Ideen, aber auch noch viel Ver­bes­se­rungs­be­darf. Und auch auf ande­ren Betriebs­sys­te­men herrscht ein bun­tes Trei­ben: Linux war­tet u.a. mit dem KDE–Brow­ser auf, für MacOS gibt es den Safari, wel­cher seit Ver­sion 2.0 eben­falls den ätzen­den Säu­re­test von web​stan​dards​.org feh­ler­frei absolviert.

Genau auf der Rendering-​Engine des letzt­ge­nann­ten baut auch eine wirk­lich ganz fri­sche Soft­ware auf: Swift. Swift ist ein Brow­ser der die Windows-​Portierung des soge­nannte Web­Kits ver­wen­det. Die Home­page des Pro­jek­tes ist erst seit weni­gen Tagen online (zu den Ursprün­gen des Brow­sers siehe hier) und die Ver­sion des Brow­sers ist 0.1 Alpha, man sollte also noch nicht viel erwar­ten. Nach Aus­sa­gen des Deve­l­o­pers möchte er nicht unbe­dingt das Design des Safari über­neh­men, wohl aber des­sen Verhalten.

Swift Screenshot Thumb
Swift in der Pra­xis: Die Dar­stel­lung ist okay, wenn man mal von eini­gen AJAX- und JavaScript-​Spielereien absieht.

Für die Instal­la­tion des ca. 16 Mega­Byte gro­ßen Pake­tes ist Micro­softs .NET Frame­work 2.0 not­wen­dig, andern­falls miß­lingt die Regis­trie­rung der Datei WebKit.dll und der Brow­ser läßt sich nicht star­ten. Zur Bedie­nung des Pro­gramms ste­hen momen­tan nur die ele­men­tars­ten Dinge (wie z.B. der Vor– und Zurück-​Button) zur Ver­fü­gung. URLs müs­sen zwin­gend mit einem http:// ein­ge­ge­ben wer­den und das Scrol­len von Sei­ten mit der Maus funk­tio­niert noch nicht. Eine Book­mark­ver­wal­tung ist bereits inte­griert, wie auch eine Schnell­su­che über Google alá Fire­fox. Dar­über hin­aus bie­tet Swift Tabu­la­to­ren, wel­che jeweils eine eigene Adress­leiste und Schnell­su­che besitzen.

Die Dar­stel­lung von Web­sei­ten erfolgt schon recht gut, der Acid-​Test läßt sich lei­der noch nicht auf­ru­fen, aber halb­wegs nor­mal auf­ge­baute Sites wer­den so weit wohl rich­tig dar­ge­stellt. Bei AJAX, Java­Script und Co. gibt es noch Pro­bleme, was aber bei Ver­sion 0.1 nicht ver­wun­dern sollte.

Reiz­voll ist ein­fach der Gedanke, daß man in Zukunft einen wei­te­ren Brow­ser erhält, der zumin­dest das Tes­ten von Web­sei­ten mit dem Safari unter Win­dows ermög­licht, dar­über hin­aus aber auch das Brow­ser­ge­schäft wei­ter belebt und mit einer äußerst guten Rendering-​Engine auf­war­tet. Nun bleibt erst mal abzu­war­ten, ob das GetWebKit-​Team die Anfangs­zeit über­steht und es irgend­wann zur Seri­en­reife der Soft­ware kommt. Wün­schens­wert wäre es allemal.

Link: Im Arti­kel bei SelfHTML gibt es einen Test mit mul­ti­plen Hin­ter­grün­den, einer CSS 3 Spe­zi­fi­ka­tion die bis­her nur der Safari beherrscht. Auch Swift stellt sie kor­rekt dar.

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