Photoshop-Tutorial: Disrupted Film

17 12 2006

Da ich einige Anfra­gen erhal­ten habe, wie ich in mei­ner Header-​Grafik die­sen Effekt einer abge­platz­ten Folie erzeugt habe, will ich das Ganze mal in einem klei­nen Tuto­rial erklä­ren. Es ist eigent­lich nicht son­der­lich kom­pli­ziert, wenn man fol­gende Dinge parat hat:

- Pho­to­shop (es genügt bereits Ver­sion 6.0, sogar mit Ver­sion 5.5 sollte es mach­bar sein).
– Das geniale Photoshop-​Brush-​Set Paper­Da­mage von Joao Pom­beiro. Für den Down­load ist die kos­ten­lose Anmel­dung bei Adobe Stu­dio Exch­ange not­wen­dig. Google hilft aber auch beim Fin­den ande­rer Quellen.

1. Aus­gangs­gra­fik öffnen

Wir öff­nen das zu bear­bei­tende Bild in Pho­to­shop. Als Aus­gangs­ma­te­rial kann man jede erdenk­li­che Gra­fik ver­wen­den. Ich hab mal den Pütz gemacht und schon was vorbereitet:

Photoshop-Tutorial: Disrupted Film

2. Pin­sel­spitze setzen

Wenn noch nicht gesche­hen, down­loa­den wir das oben genannte Brush-​Set Paper­Da­mage, öff­nen es und wäh­len dann die Spitze Cor­ner Burn aus. Als Vor­der­grund­farbe ver­wen­den wir schö­nes rei­nes Weiß und die Deck­kraft des Pin­sels sollte bei 100% lie­gen. Auf einer neuen Ebene kli­cken wir ein­mal kurz und kna­ckig auf die Stelle an der der Effekt erschei­nen soll. Je nach Bedarf kann der Effekt durch Ver­rin­gen der Ebenen-​Deckkraft vari­iert werden.

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3. Schlag­schat­ten hinzufügen

Damit die abge­ris­sene Folie rea­li­tisch wirkt, muß der 3D-​Faktor ins Spiel gebracht wer­den und das läßt sich am leich­tes­ten mit einem Schlag­schat­ten bewerk­stel­li­gen. Wir blei­ben also auf der eben gewähl­ten Ebene und rufen über Ebene -> Ebe­nen­stil… -> Schlag­schat­ten den ent­spre­chen­den Dia­log auf. Im wesent­li­chen kön­nen zunächst die Grund­ein­stel­lun­gen ver­wen­det wer­den, Dis­tanz sollte aller­dings auf 2 und Größe auf 3 gesetzt werden.

Photoshop-Tutorial: Disrupted Film

Natür­lich ist es – wie fast immer – ange­bracht zu expe­ri­men­tie­ren. So sieht z.B. ein far­big zum Hin­ter­grund pas­sen­der Schlag­schat­ten bes­ser aus als ein ein­fa­ches Schwarz und auch der Ein­falls­win­kel des Schat­tens sollte zum Pin­sel und zum Rest des Bil­des passen.

4. Abdun­keln

Soweit sieht das eigent­lich schon ganz anspre­chend aus, aber um den Effekt einer (hel­len) abge­ris­se­nen Folie noch zu ver­stär­ken, kann man den nicht mehr bedeck­ten Bereich noch etwas abdun­keln. Dazu erstel­len wir eine Ein­stel­lungs­ebene mit Gra­da­ti­ons­kur­ven (Ebene -> Neue Ein­stel­lungs­ebene -> Gra­da­ti­ons­kur­ven…), set­zen den Ebe­nen­mo­dus auf »Lumi­nanz«, kli­cken in den mitt­le­ren Bereich des Dia­gramms und ver­schie­ben den Punkt auf die fol­gen­den Werte:

Photoshop-Tutorial: Disrupted Film

Nach einem Klick auf »OK« fügen wir der Ebene eine Ebe­nen­maske hinzu und inver­tie­ren diese zunächst mit STRG+I. Nun wäh­len wir Weiß als Vor­de­rung­farbe und eine runde, wei­che Pin­sel­spitze (Größe ca. 100200) und malen damit den nicht bedeck­ten Bereich aus. (Zur Maske ver­glei­che Bild links/​oben) Es muß nicht son­der­lich genau sein, Haupt­sa­che der Bereich erscheint etwas dunk­ler als der, der von der Folie bedeckt wird. Auch hier kann man variieren.

5. Finale Optimierungen

Sollte man die Pin­se­le­bene noch mal ver­schie­ben, so stellt man fest, daß helle Rän­der sicht­bar wer­den. In dem Fall ein­fach eine Ebe­nen­maske zur Pinselspitzen-​Ebene hin­zu­fü­gen und mit Pin­sel und einer gerin­gen Deck­kraft die Rän­der aus­blen­den. Dann kann man auch die Foli­en­ebene dupli­zie­ren (STRG+J), dre­hen oder spie­geln und an ande­rer Stelle noch mal ver­wen­den. Dabei gege­be­nen­falls die Rich­tung des Schlag­schat­tens anpas­sen. Für einen etwas »knusp­ri­ge­ren« Abri­ßef­fekt, die Foli­en­ebene ein­fach ein­mal Scharf­zeich­nen. Ebenso kann man die Abriß­kante per Ebe­nen­maske par­ti­ell aus­blen­den wie z.B. in mei­nem Weblog-​Header. Im End­ef­fekt könnte das Ergeb­nis dann so aussehen.

Photoshop-Tutorial: Disrupted Film

Das Ganze auch mal mit ande­ren Pin­sel­spit­zen und wie oben schon beschrie­ben, mit ver­schie­de­nen Ein­stel­lun­gen für den Schlag­schat­ten probieren.