Photoshop-Tutorial: Disrupted Film

Da ich einige Anfragen erhalten habe, wie ich in meiner Header-Grafik diesen Effekt einer abgeplatzten Folie erzeugt habe, will ich das Ganze mal in einem kleinen Tutorial erklären. Es ist eigentlich nicht sonderlich kompliziert, wenn man folgende Dinge parat hat:

– Photoshop (es genügt bereits Version 6.0, sogar mit Version 5.5 sollte es machbar sein).
– Das geniale Photoshop-Brush-Set PaperDamage von Joao Pombeiro. Für den Download ist die kostenlose Anmeldung bei Adobe Studio Exchange notwendig. Google hilft aber auch beim Finden anderer Quellen.

1. Ausgangsgrafik öffnen

Wir öffnen das zu bearbeitende Bild in Photoshop. Als Ausgangsmaterial kann man jede erdenkliche Grafik verwenden. Ich hab mal den Pütz gemacht und schon was vorbereitet:

Photoshop-Tutorial: Disrupted Film

2. Pinselspitze setzen

Wenn noch nicht geschehen, downloaden wir das oben genannte Brush-Set PaperDamage, öffnen es und wählen dann die Spitze Corner Burn aus. Als Vordergrundfarbe verwenden wir schönes reines Weiß und die Deckkraft des Pinsels sollte bei 100% liegen. Auf einer neuen Ebene klicken wir einmal kurz und knackig auf die Stelle an der der Effekt erscheinen soll. Je nach Bedarf kann der Effekt durch Verringen der Ebenen-Deckkraft variiert werden.

Photoshop-Tutorial: Disrupted Film

3. Schlagschatten hinzufügen

Damit die abgerissene Folie realitisch wirkt, muß der 3D-Faktor ins Spiel gebracht werden und das läßt sich am leichtesten mit einem Schlagschatten bewerkstelligen. Wir bleiben also auf der eben gewählten Ebene und rufen über Ebene -> Ebenenstil… -> Schlagschatten den entsprechenden Dialog auf. Im wesentlichen können zunächst die Grundeinstellungen verwendet werden, Distanz sollte allerdings auf 2 und Größe auf 3 gesetzt werden.

Photoshop-Tutorial: Disrupted Film

Natürlich ist es – wie fast immer – angebracht zu experimentieren. So sieht z.B. ein farbig zum Hintergrund passender Schlagschatten besser aus als ein einfaches Schwarz und auch der Einfallswinkel des Schattens sollte zum Pinsel und zum Rest des Bildes passen.

4. Abdunkeln

Soweit sieht das eigentlich schon ganz ansprechend aus, aber um den Effekt einer (hellen) abgerissenen Folie noch zu verstärken, kann man den nicht mehr bedeckten Bereich noch etwas abdunkeln. Dazu erstellen wir eine Einstellungsebene mit Gradationskurven (Ebene -> Neue Einstellungsebene -> Gradationskurven…), setzen den Ebenenmodus auf »Luminanz«, klicken in den mittleren Bereich des Diagramms und verschieben den Punkt auf die folgenden Werte:

Photoshop-Tutorial: Disrupted Film

Nach einem Klick auf »OK« fügen wir der Ebene eine Ebenenmaske hinzu und invertieren diese zunächst mit STRG+I. Nun wählen wir Weiß als Vorderungfarbe und eine runde, weiche Pinselspitze (Größe ca. 100-200) und malen damit den nicht bedeckten Bereich aus. (Zur Maske vergleiche Bild links/oben) Es muß nicht sonderlich genau sein, Hauptsache der Bereich erscheint etwas dunkler als der, der von der Folie bedeckt wird. Auch hier kann man variieren.

5. Finale Optimierungen

Sollte man die Pinselebene noch mal verschieben, so stellt man fest, daß helle Ränder sichtbar werden. In dem Fall einfach eine Ebenenmaske zur Pinselspitzen-Ebene hinzufügen und mit Pinsel und einer geringen Deckkraft die Ränder ausblenden. Dann kann man auch die Folienebene duplizieren (STRG+J), drehen oder spiegeln und an anderer Stelle noch mal verwenden. Dabei gegebenenfalls die Richtung des Schlagschattens anpassen. Für einen etwas »knusprigeren« Abrißeffekt, die Folienebene einfach einmal Scharfzeichnen. Ebenso kann man die Abrißkante per Ebenenmaske partiell ausblenden wie z.B. in meinem Weblog-Header. Im Endeffekt könnte das Ergebnis dann so aussehen.

Photoshop-Tutorial: Disrupted Film

Das Ganze auch mal mit anderen Pinselspitzen und wie oben schon beschrieben, mit verschiedenen Einstellungen für den Schlagschatten probieren.

Artikel: Photoshop-Tutorial: Disrupted Film
Datum: Sunday, 17. December 2006, 20:09 Uhr
Kategorien: Photoshop
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