Habari - Next Generation Blogging

28 05 2009

Habari. Spread the news.

Einige haben schon davon gehört, andere mal die Webseite besucht, wenige haben ihren WordPress-Boliden angeworfen und darüber berichtet und eine verschwindend geringe Zahl an (deutschen) Bloggern hat Habári im Einsatz. Dieser Artikel wird wohl der erste einer ganzen Reihe von Postings über Habari werden: Es gibt viel zu berichten, Vorzüge zu nennen und zu zeigen, warum Habári momentan wohl die fortschrittlichste Blogging-/CMS-Plattform ist. Andererseits will ich niemanden überzeugen oder andere Scripte schlecht reden… die Vielfalt der freien Software auf diesem Sektor ist ein Segen und so soll es bleiben.

Background

Once upon a time… gegen Ende des Jahres 2006, verließen einige altgediente WordPress-Entwickler das Team und legten den Grundstein für eine neue Blogging-Software. Die Gründe warum sie WordPress den Rücken kehrten sind vielschichtig und haben mit persönlichen Differenzen gegenüber den Machern von Automattic zu tun, mit der Entwicklung die WordPress nahm aber auch mit dem Wunsch eine neue, moderne Blogging-Plattform zu kreieren, die den Veränderungen des Netzes Rechnung trägt. Ihnen gefiel z.B. nicht, dass die Entwicklung der freien Software WordPress mittlerweile fast ausschließlich in den Händen von Matt Mullenweg und seiner Firma Automattic liegt und kaum noch in echter Open-Source-Manier von einer Community betreut wird.

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Ehemalige WordPress-Entwickler starteten das Projekt Ende 2006.

Egal. Die Gründe Habari aus der Taufe zu heben sind nach knapp drei Jahren auch nicht mehr sonderlich wichtig. Obwohl… die Gründungsväter zu denen u.a. Owen »Ringmaster« Winkler, Scott »Skippy« Merill, Michael C. Harris und Michael Heilemann gehören, legen bei Habari größten Wert darauf, daß die komplette Community am Projekt beteiligt ist und bleibt. Wer also Ahnung von PHP, SQL und objekt-orientierter Programmierung hat, kann direkt mitentwickeln. Oder sich anders einbringen: mit Übersetzungen, Hilfe bei der Projekt-Homepage, dem Schreiben von Plugins usw. Die Gemeinschaft ist der Motor und zumindest bislang stehen dahinter keine monetären oder andere Interessen.

Voraussetzungen

Der zweite und wichtigere Grund, warum Habari völlig from scratch startete, sind die Möglichkeiten die sich dadurch bieten. Man konnte ohne auf Abwärtskompatibilität zu achten, auf aktuelle Software setzen, neueste Programmiertechniken verwenden und Erfahrungen im Kampf gegen Spam einbringen. Das Problem älterer Blog-Scripte ist heute, daß sie zu einer Zeit entwickelt wurden, als PHP 3 oder 4 und MySQL 3 aktuell waren. Objekt-orientierte Programmierung wurde damals selten bis gar nicht verwendet. Deutlich wird dies am Beispiel von WordPress: Bis heute sind Fragmente des Vorläufers b2/cafelog vorhanden, der Code ist im Laufe der Jahre aufgebläht und Kompatibilität zu früheren Versionen schränkt zumindest die konsequente Nutzung moderner Standards ein.

Habari blickt nicht zurück und nutzt die Möglichkeiten der Zeit. Ein Blick auf die Systemanforderungen macht dies deutlich:

Das klingt schlimmer als es ist. Gute Webhoster wie all-inkl, Host Europe usw. bieten das sowieso und auch sonst ist PHP 5 heute Standard. Bei Schnäppchen-Hostern könnte es u.U. Probleme mit dem Zugriff auf mod_rewrite geben. Im Habari-Wiki gibt es einen Requirements-Checker, einfach auf den Webspace laden und aufrufen.

Vorsprung durch Technik

Habari unterstützt verschiedene Datenbanken. Momentan MySQL, SQLite, PostgreSQL.

Einer der größten Unterschiede zu den bekannten Blog-Systemen ist die Nutzung von PDOs. Durch die völlige Abstrahierung des Datenbankzugriffs, kann Habari quasi mit jeder möglichen Datenbank betrieben werden. Momentan existieren Klassen für die Unterstützung von MySQL, SQLite und PostgreSQL. Insbesondere die SQLite-Unterstützung ist für Blogger mit einer durchschnittlichen Inhaltsmenge sehr interessant, da SQLite nur eine Datei benötigt, die direkt auf dem Webspace liegen kann. Eine echte Datenbank ist in dem Fall nicht notwendig. Durch sogenannte prepared statements werden wirksam SQL-Injections verhindert.

Auf Grund des modularen Aufbaus und der Objekt-Orientierung läßt sich Habari einfach und beliebig ausbauen (Stichwort: class und extends). Auf diese Weise lassen sich ohne Aufwand Plugins schreiben, Theme-Funktionen erweitern oder hinzufügen und die Core-Dateien bleiben davon unberührt. Gleiches gilt für die sogenannten Media-Silos. Silos gewährleisten einen direkten Zugriff auf Medien-Dateien, wie z.B. Flickr, Viddler und eigene Dateien auf dem Webspace. Weitere sind einfach hinzuzufügen.

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Auch ein Schmankerl: Mit einer Habari-Installation lassen sich mehrere Weblogs/-seiten auf verschiedenen Domains gleichzeitig betreiben. Ein Unterordner im User-Verzeichnis und das wars schon im Wesentlichen.

Auch die Entwicklung von Themes geht leicht von der Hand. Habari arbeitet diesbezüglich mit reinen PHP-Dateien (ähnlich wie WordPress). Ich bevorzuge diese Variante deutlich gegenüber anderen Möglichkeiten wie Smarty (Serendipity), Tags (Expression Engine) oder gar der Speicherung des Templates in der Datenbank (TextPattern). So hat man die größte und direkteste Kontrolle über den Output. Es gibt bereits etliche fertige Themes und selbstredend auch ein Verzeichnis mit sinnvollen Plugins.

In Habari gibt es Einträge und Seiten, aber auch völlig andere Inhaltstypen sind möglich.

Natürlich wurde auch an die – heute unumgänglichen – CMS-Funktionen gedacht: neben klassischen Blogeinträgen, können pages erstellt und statische Frontseiten verwendet werden. Habari geht jedoch weiter und legt sich nicht auf diese beiden Inhalts-Arten fest. Der Anwender kann mit entsprechendem Know-How oder unter Nutzung bestehender Plugins eigene content-types definieren, erstellen und verwalten. So gibt es bereits einen PodCast-Content-Type, einen für Link-Blogs, aber auch Dinge wie ein Photoblog sind damit zu realisieren. Gerade hier steckt großes Potential in Habari.

Und schließlich (nicht als abschließend gemeint) gibt es Import-Plugins für WordPress und Serendipity. Wer fängt schon gern bei Null an. ;-)

Conclusio

So weit ein erster Überblick. Bedenkt man, daß die Plattform dieser Tage in Version 0.6.2 erschien und somit noch vieles im Fluß ist, muß man vor den Entwicklern den Hut ziehen. Die Software ist stabil, produktionstauglich und die Entwicklung schreitet rasant voran. Ich kann jedem Interessierten nur empfehlen, sich die neueste Version in die Sandbox zu legen und ausgiebig zu testen, es macht regelrecht Spaß. Da alle Informationen zu Habari den Rahmen eines Artikels gesprengt hätten, folgen hier in Kürze weitere Einträge zum Thema. Dann werden Schwerpunkte wie die Installation, das Admin-Interface (»Monolith«, ein Meisterwerk von Michael Heilemann!), Plugins und Themes näher beleuchtet.

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